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Gastbeitrag “ Kaiserschnitt “ von Susanne P. Fachkraft in der Veterinärmedizin und 5 Sterne Autorin

Susanne P.  lebt in Norddeutschland, Kontakt via onkel jonas @ residenzgarten . com Leerzeichen = Spamschutz

So verläuft die Trächtigkeit

und die Gewissensfrage: wie viele Kaiserschnitte können einer Hündin zugemutet werden?

Die von Susanne P.  im Fallbeispiel benannte Hündin mit polnischer Zuchtzulassung ist KEIN Cavalier King Charles Spaniel

Kaiserschnitt * Cavalier King Charles Spaniel

Sollten Hündinnen nach einem Kaiserschnitt erneut gedeckt werden?

Die Spontangeburt – wünschenswert, leider nicht immer möglich

Die Trächtigkeit einer Hündin dauert in der Regel zwischen 61 und 65 Tage. Am Ende dieses Zeitraumes, der für die Hündin mitunter sehr stressig sein kann, steht im Idealfall die Spontangeburt. Darunter versteht man den Umstand, dass die Welpen auf natürlichem Wege, also durch den Geburtskanal, geboren werden, ohne dass zusätzliche Hilfestellung durch den Mensch erfolgen muss. Eine komplikationsfreie Tragezeit mit einer darauf folgenden natürlichen Spontangeburt ist für jeden Züchter wünschens- und erstrebenswert. In manchen Fällen kann es jedoch erforderlich sein, einen Kaiserschnitt beim Hund durchzuführen.

Einige Rassen sind prädestiniert

Gründe für die Notwendigkeit dieses operativen Verfahrens liegen in der Anatomie, der Psyche oder im Hormonhaushalt des Hundes. Einer der häufigsten Gründe ist ein zu enges Becken. Sind die kleinen Welpen im Uterus zu groß und können die Beckenknochen nicht passieren, müssen sie vom Tierarzt operativ über die Bauchdecke herausgeholt werden. Einige Hunderassen sind bekannt dafür, Probleme mit der natürlichen Spontangeburt zu haben. Dazu gehören unter anderem Chihuahuas, Bulldoggen, Mopse, Pekinesen und Malteser. Auch das Alter des Hundes zum Zeitpunkt der Geburt ist ein entscheidender Faktor. So hat man festgestellt, dass Hunde, die beim Deckakt älter als fünf Jahre sind, ein erhöhtes Potential für Geburtsprobleme haben. Weitere Gründe für den Eingriff sind oft die unterschätzte Steißlage der Welpen, ein erheblich größerer Deckrüde sowie eine Wehenschwäche. Bei Letzterer liegt das Problem darin, dass die Welpen im Geburtskanal stecken bleiben. Hier kann der Tierarzt in den meisten Fällen mit einer Oxytocinspritze weiterhelfen, die für stärkere und regelmäßigere Wehen sorgt.

Kaiserschnitt * Cavalier King Charles Spaniel

Das endlose Leid einer Rassehündin

Auch wenn die natürliche Geburt bei Hunden die stressfreiste Variante für den tragenden Hund ist, kann dieser wünschenswerte Vorgang leider nicht immer eingehalten werden. Das zeigt der Fall einer Zuchthündin, die im Jahr 2013 ganz legal mit polnischer Zuchtzulassung zu einer gewerblichen Züchterin nach Deutschland kam. Diese Frau züchtete im VDH und konnte sich in Züchterschulungen fortbilden. Kurz darauf wurde die Rassehündin gedeckt und musste am 62. Trächtigkeitstag, der im November 2014 vorlag, einem Kaiserschnitt unterzogen werden.

  • An dieser Stelle muss auf die Risiken und Nebenwirkungen eines solchen Kaiserschnittes eingegangen werden. Zunächst ist zu bedenken, dass ein Hund bereits sehr unter Stress steht und körperlich wie psychisch geschwächt ist, wenn eine solche Behandlung überhaupt nötig ist. Darüber hinaus sind auch die Welpen in den meisten Fällen geschwächt, da es wichtige Gründe für den Eingriff gibt. Normalerweise ist eine Vollnarkose nötig, um die Operation durchzuführen.

Der betäubende Wirkstoff birgt nicht nur Risiken für den Mutterhund, sondern geht über den Blutkreislauf auch auf die Welpen über und kann diese ebenfalls schädigen. Blutungen, Wundheilungsstörungen und Infektionen sind nur einige Beispiele für die Risiken, die eine Welpengeburt per Operation birgt.

 

Erneutes Decken nach operativem Eingriff?

Wenn, wie im geschilderten Fall, ein Zuchthund einem Kaiserschnitt unterzogen werden muss, stellt sich vordergründig eine Frage: Sollte dieser Hund erneut gedeckt werden? Oder sollte man ihn aus der Zucht ausschließen, um weitere operative Eingriffe zu vermeiden?

Ein Argument zu dieser Fragestellung ist folgendes: Wenn ein Hund die Welpen nicht auf natürlichem Weg gebären kann, hat dies einen Grund. Mögliche Gründe hierfür wurden bereits geschildert. Schnell wird klar, dass diese mit großer Wahrscheinlichkeit auch bei einem zweiten oder gar dritten Wurf wieder zutage kommen würden.

  • Hat ein Hund ein zu enges Becken und die Welpen weisen hierfür zu breite Köpfe auf, wird sich dieses Verhältnis beim nächsten Wurf nicht ändern.
  • Es wäre also fatal anzunehmen, dass nach der nächsten Deckung eine Spontangeburt stattfinden kann.

Und in Anbetracht der bereits beschriebenen Risiken, Nebenwirkungen und dem Stress, den ein solcher Eingriff hervorruft, bleibt nur der vernünftige Entschluss, den betroffenen Hund in Zukunft nicht mehr decken zu lassen.

Leider ist im Fall der Zuchthündin aus Polen nicht so entschieden worden. Nur ein Jahr später, im Mai 2015, erfolgte der zweite operative Eingriff am 56. Trächtigkeitstag. Ein erfahrener Züchter, der Absprache mit einem seriösen Tierarzt hält, hätte sich vermutlich nicht dazu entschieden, diese Zuchthündin ein weiteres Mal zu decken.

Aus welchem Grund hier jedoch entschieden wurde, der Zuchthündin den Stress und die Risiken einer Operation nochmals aufzubürden, bleibt nur zu spekulieren.

Ein möglicher Grund hierfür könnte sein, dass im zweiten Fall ein anderer, augenscheinlich passenderer Deckrüde ausgewählt wurde.

Vielleicht waren die Gründe für diese Entscheidung auch finanzieller Natur oder es herrschte schlicht Unwissenheit. Was jedoch verwundert ist die Tatsache, dass im Februar 2016 bereits der nächste Deckakt bei derselben Zuchthündin erfolgte. Und damit nicht genug: Im Oktober 2016 erfolgte ein weiterer Deckversuch. Ob diese beiden Versuche fruchteten, ist nicht bekannt.

Bekannt ist jedoch, dass Ende März 2017 ein erneuter Deckversuch der 27 kilo schweren, schwarz-weißen Hündin erfolgte, der wohl erfolgreich verlief.

Es wird angenommen, dass etwa 70 Prozent aller FCI-Würfe nicht auf natürlichem Weg erfolgen. Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, dass Züchter sich ihrer Verantwortung gegenüber der Zuchthündinnen bewusst sind. Es muss eine strenge Selektion erfolgen, die sowohl den Deckrüden als auch die Zuchthündin beinhaltet. Kommt es zur Kaiserschnitt-Notwendigkeit, müssen die jeweiligen Ursachen nach bestem Wissen und Gewissen erforscht werden. Spätestens nach dem zweiten Wurf, der nicht durch natürliche Spontangeburt auf die Welt kommen kann, sollte die betroffene Zuchthündin von der Zucht ausgeschlossen werden. Wird dieser Umstand ignoriert, kann in diesem Fall nur von einer Extremzucht oder gar Qualzucht gesprochen werden. Es werden bei dem Tier Schmerzen und Stress verursacht, welche vermeidbar sind.

Die Vermeidung solchen Leids sollte für jeden seriösen Züchter oberste Priorität besitzen.

Kaiserschnitt * Cavalier King Charles Spaniel

 

So sieht der Trächtigkeitsverlauf beim Hund aus

Denn auch ohne operative Verfahren bedeutet die Trächtigkeit Stress und Aufregung für die Zuchthündin.

Etwa ab der dritten Trächtigkeitswoche kommt es zu ersten hormonellen Veränderungen im Körper, die sich im Verhalten bemerkbar machen. Sichtbar sind die kleinen Embryonen allerdings erst ab dem 22. Tag. Zu diesem Zeitpunkt kann vom Tierarzt auch eine sichere Trächtigkeitsdiagnose gemacht werden, indem der Herzschlag abgehorcht wird. Im Ultraschall sind die Embryonen jetzt deutlich zu erkennen und auch die Organe beginnen, sich zu entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt fühlt der Hund sich bereits leicht gestresst, verspürt weniger Appetit und benötigt proteinreiches Futter. Stress und Anstrengung sind jetzt unbedingt zu vermeiden.

Ab der fünften Woche ist die Hündin in ihren Bewegungen eingeschränkt. Die Welpen bewegen sich im Uterus und nehmen stetig an Gewicht zu. In dieser Woche entwickeln sich bereits die Zehen und Krallen. Gegen Ende der fünften Woche sind die Organe wie Lunge, Herz und Nieren der Föten vollständig entwickelt und Kopf wie Rumpf deutlich erkennbar. Jetzt ist der Zeitpunkt für eine Geschlechtsbestimmung und die Anzahl der Welpen gekommen. Per Auskultation des Herzschlags und Ultraschall sind nun relativ sichere Diagnosen möglich.

In der achten Woche wird der Hund unruhig und sucht einen Platz zum Werfen. Der Appetit ist gesenkt, da die Föten viel Platz im Bauchraum einnehmen. Große Mahlzeiten, Stress und ausgiebige Bewegungen müssen jetzt weitestgehend vermieden werden.

Zwischen dem 58. und 63. Tag kommt es in den meisten Fällen zum Werfen. Bei manchen Hunden dauert die Trächtigkeit auch bis zum 66. Tag an. Kurz vor dem Werfen wird der Hund sehr unruhig und die Körpertemperatur, die mehrmals täglich rektal gemessen werden sollte, fällt um etwa 1,5 bis 2 Grad Celsius ab. Die Geburt selbst kann bis zu 24 Stunden dauern und stellt eine körperliche und psychische Belastung für das Tier da. Anschließend sollte dem Hund viel Ruhe gegönnt werden.

 

Kaiserschnitt * Cavalier King Charles Spaniel

alle Angaben ohne Gewähr – weil das Leben individuell unterschiedlich ist

Dieser Text unterliegt dem alleinigen Copyright von Marion Schanné

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Danke, liebe Susanne für Ihren Gastbeitrag “ Kaiserschnitt “

Text von Susanne P. Fachkraft in der Veterinärmedizin und 5 Sterne Autorin

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